Nach sommerlichen 48 Grad auf Sardinien setzte ich mit meinem Rad nach Genua über und erreichte von dort mit dem Zug schon bald das Zentrum Turins, jener eleganten Stadt im nordwestlichen Alpenvorland Italiens. Lange schon wollte ich dich sehen, doch trotzdem ließ ich dich links liegen und fuhr weiter, immer weiter nach Westen, den Alpen entgegen.

Aus städtischem Altbau wurden Industriebetriebe, aus Industriebetrieben Vorstadt, bis plötzlich nur noch ein schmaler asphaltierter Weg durch Wiesen vor mir lag und die Stadt dem lieblichen Land des Piemont wich: Italien.

Auf Wiesen folgen Dörfer, folgen Anwesen und Schlösser. Die Sonne brennt, und auf der Karte sind etwa eine Stunde nach Turin kleine Seen erkennbar. Der Lago Grande di Avigliana wird mein Ziel. Gesättigt und gestärkt sinkt mein Körper in das kühle Wasser neben dem Kloster. Geduldig wartet die Alte auf den reinigenden Eintritt der Jungen, souverän steht sie ihr unerkannt bei.



Wenige Stunden später nähern sich die Berge immer schneller. An einem prägnanten Berg, gekrönt von einer Burg, eröffnet sich das Val di Susa, fruchtbar und mit vielen Stunden Sonne. Jahre später soll ich diesen Anblick im Schlachtenbildersaal der Himmelpfortgasse wiedersehen.


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