Aus dem Tal durch Steindörfer und Kehren hinaus zum See über offene Hänge zum Pass. Ein Tag zwischen Hitze, Höhe und der langsamen Stille der Berge.

Lac du Mont Cenis
Der Morgen beginnt über den Dächern im Tal. Kirchtürme, rote Ziegel, dunkle Berghänge. Noch liegt alles nah beieinander, aber über den Häusern ist schon sichtbar, wohin der Tag führen wird: hinauf.



Zuerst rollt die Straße am Wasser entlang. Dann wird sie enger, steiler, alpiner. Novalesa, Moncenisio, kleine Orte aus Stein und Holz, Schilder am Straßenrand, Schatten an den Häusern.



In einer Gasse stehen Kühe. Für einen Moment gehört der Weg ihnen. Man hält an, wartet, schaut. Solche Unterbrechungen bleiben oft stärker als Zahlen, Höhenmeter oder Passnamen.
Weiter oben öffnet sich die Landschaft. Der Wald tritt zurück, die Straße zieht in langen Linien durch den Hang. Es gibt nicht mehr viel zu denken: Atem, Reifen, Wind.



Dann der See. Türkisblau zwischen den Bergen, fast unwirklich hell. Das Rad lehnt im Gras, das Trikot hängt über dem Rahmen. Ein paar Minuten reichen.


Am Ende ist es kein lauter Tag. Nur ein langer Weg über einen Pass. Aber manchmal reicht genau das.

